Mit einer Kundgebung im Rahmen des hessenweiten Aktionstags „Mehr Geld für Bildung“ hat der GEW-Kreisverband Wiesbaden-Rheingau mit Eltern und Schüler:innen auf die massiven Kürzungen im Bildungsbereich aufmerksam gemacht. Die GEW kritisiert, dass die Landesregierung ausgerechnet dort spart, wo Investitionen dringend notwendig wären: in Kitas, Schulen und Hochschulen.
„Die geplanten Kürzungen verschärfen die ohnehin angespannte Situation in den Bildungseinrichtungen. Wer bei Bildung spart, gefährdet Chancengerechtigkeit und die Zukunft junger Menschen“, erklärte Manon Tuckfeld, Vorsitzende des GEW-Kreisverbands Wiesbaden-Rheingau.
Besonders kritisch sieht die GEW die Kürzungen bei den Sozialindex-Stellen, die Streichung von Stunden zur Binnendifferenzierung an integrierten Gesamtschulen, die Einschränkungen bei der Altersermäßigung für Lehrkräfte sowie die Kürzungen an der Lehrkräftebildung. Auch Hochschulen und Studierende sind von den Sparmaßnahmen betroffen.
„Während Lehrkräfte, Sozialpädagog:innen sowie weitere Beschäftigte täglich an der Belastungsgrenze arbeiten, streicht die Landesregierung wichtige Ressourcen. Das ist bildungspolitisch der falsche Weg und haushaltspolitisch nicht notwendig. Wir fordern die Landesregierung auf, sich für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine gerechte Erbschaftssteuer auf Bundesebene einzusetzen“, so Tuckfeld weiter.
Der GEW-Kreisverband Wiesbaden-Rheingau beteiligte sich deshalb am landesweiten Aktionstag und fordert gemeinsam mit der GEW Hessen:
• die Rücknahme der bereits beschlossenen Kürzungen,
• zusätzliche Zukunftsinvestitionen in die hessische Bildung,
• die Entlastung von Studierenden durch die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags und eine auskömmliche BAföG-Reform,
• die Abschaffung der Schuldenbremse,
• die Wiedereinführung der Vermögensteuer sowie
• eine höhere Besteuerung großer Erbschaften und Vermögen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben.
„Gute Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Wer bessere Bildung, mehr individuelle Förderung und gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen will, muss auch bereit sein, dafür die notwendigen Mittel bereitzustellen. Hessen braucht mehr Geld für Bildung statt weiterer Kürzungen“, betonte Tuckfeld.