Bericht des GPRLL von der Infoveranstaltung Ganztag

Pakt für den Nachmittag

Ende November lud der GPRLL alle Personalräte und interessierte Kollegen und Kolleginnen in die Rotunde des Staatlichen Schulamtes ein, um über das Thema „Ganztag – Pakt für den Nachmittag“ zu informieren. Annette Franz und Christine Dietz (beide GEW-Fraktion) planten die Veranstaltung und führten sie gemeinsam mit der neuen GPRLLL-Vorsitzenden, Dr. Manon Tuckfeld, durch. Gastreferentin war Maike Wiedwald, Landesvorsitzende der GEW Hessen, die einen sehr informativen Vortrag über die verschiedenen Ganztagsprofile und den Pakt für den Nachmittag hielt.

Da die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bereits sehr unterschiedliche Vorerfahrungen zu diesem Thema mitbrachten, herrschte in der anschließenden Gesprächsrunde ein sehr konstruktiver und informativer Austausch. Dabei wurden sowohl bildungs- und gesellschaftspolitische Fragestellungen der Ganztagsschulentwicklung wie Chancengerechtigkeit für alle Kinder oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesprochen, als auch die Arbeitsbedingungen für das Personal (z.B. Pflichtstundenanrechnungsfalle nach § 8a PfStdVO oder die Gefahr prekärer Beschäftigungsverhältnisse bei der Umwandlung von Lehrerstellen in Sachmittel für billigere Arbeitskräfte). 

Maike Wiedwald – überzeugte Ganztagsschulreferentin – informierte die Kollegen und Kolleginnen besonders dahingehend, worauf sie bei der Entwicklung ihrer Schule, hin zu einer Schule in den Ganztag achten sollten. Ein ganz wichtiger Knackpunkt sei das Mittagessen, meinte sie. Gute Räumlichkeiten für ein genussvolles und freudvolles Mittagessen seien unabdingbar.

Weiterhin erwähnte sie, dass für eine Schule hin zu einer Ganztagsschule, ein offener Kommunikationsprozess innerhalb der Schule notwendig sei. Schulleitung, Personalrat, Eltern/Schülerschaft, Staatliches Schulamt und Städtisches Schulamt müssten hier rechtzeitig mit einbezogen werden. Eine Schule sollte sich zeitlich nicht zu sehr unter Druck setzen lassen und von heute auf morgen eine Entscheidung herbeizwingen. Gute Planungen mit ausgewogenen, partizipativen Verfahren in einer demokratischen Schule benötigen Zeit. Die letzte Entscheidung fällt in der Gesamtkonferenz und anschließend in der Schulkonferenz. Ein Bewusstsein über diese Entscheidungsmacht sei enorm wichtig.

Die von Maike Wiedwald gehaltene Power Point Präsentation wurde im Nachgang allen Kollegen und Kolleginnen zugesendet. Die GEW-Fraktion im GPRLL begleitet alle interessierte Kollegen und Kolleginnen gerne weiter, und hält Informationsmaterial bereit. Gerne würden wir uns in einem halben Jahr wieder zusammen treffen, um nach dem aktuellen Sachstand zu schauen: Wie haben sich die Schulen weiterentwickelt? Wer plant, in den Pakt einzusteigen? Wer präferiert ein anderes Modell? Bei Rückfragen wendet euch an Annette Franz im GPRLL Büro.