Bildung braucht bessere Bedingungen

Eindrücke der Aktionen am 09./10. Juni 2017 in Wiesbaden.

Die Aufgaben und Anforderungen, die an die Schulen und die Lehrkräfte gestellt werden, haben in den letzten Jahren stetig zugenommen: Ganztag, Inklusion, Beschulung von Seiteneinsteigerinnen und -einsteigern sind hierzu nur einige Stichworte.

Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen beständig verschlechtert, sei es die Ausstattung oder der baulische Zustand der Schulgebäude.

Auch bei den Arbeitsbedingungen hinkt Hessen in Bezug auf Bezahlung und Arbeitszeit der Beschäftigten bundesweit weiterhin hinterher.

Mittlerweile fehlen deshalb qualifizierte Lehrkräfte an allen Ecken und Enden. Die Anzahl befristeter Beschäftigungsverhältnisse hat stetig zugenommen.

Um diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Bildungspolitik der hessischen Landesregierung öffentlich stärker ins Bewusstsein rücken, gibt es deshalb an 14 Orten am 9. und 10. Juni 2017 in ganz Hessen unterschiedliche Aktionen. (In Groß-Gerau hat die Aktion schon am 8. Juni stattgefunden.)

So findet beispielsweise in Kassel eine Aktion mit Kunst und Musik statt, in Marburg werden 95 Thesen für eine gute Bildung angeschlagen, in Frankfurt gibt es eine Aktion „Bildungsbarrieren abbauen“ und in Darmstadt eine Radtour zu maroden Schulbauten. Darüberhinaus gibt es verschiedene Informationsstände.

„Ein Staat, der sich durch seine „Schuldenbremsenpolitik“ selbst entreichert, verhindert die Schaffung förderlicher Bedingungen in den Bildungseinrichtungen. Es ist nicht generationengerecht, heutigen Kindern und Jugendlichen mit dem Argument fehlender Mittel gute Lernbedingungen zu verwehren. Gute Bildung kostet Geld,“ erläuterte der GEW Landesvorsitzende Jochen Nagel heute in Frankfurt.